Spin­del­wis­sen

Instand­hal­tung

Die Instand­hal­tung (engl. main­ten­ancerepair and over­haul oder kurz MRO) von tech­ni­schen Syste­men, Bauele­men­ten, Gerä­ten und Betriebs­mit­teln soll sicher­stel­len, dass der funk­ti­ons­fä­hige Zustand erhal­ten bleibt oder bei Ausfall wieder­her­ge­stellt wird.

Die DIN-Norm DIN 31051 struk­tu­riert die Instand­hal­tung in die vier Grund­maß­nah­men

Die vier deut­schen Begriffe WartungInspek­tionInstand­set­zung und Verbes­se­rung decken sich mit den drei oft synonym gebrauch­ten engli­schen Begrif­fen main­ten­ancerepair und over­hauletwa folgen­der­ma­ßen:

Während im Engli­schen Inspek­tion und Wartung unter main­ten­ance zusam­men­ge­fasst sind, wird Instand­set­zung dort zu repair und over­haul ausdif­fe­ren­ziert, wobei over­haul zusätz­lich auch Verbes­se­run­gen mit einschließt.

Ziele der Instand­hal­tung

Instand­hal­tung einer Lauf­katze eines 5-Tonnen-Kranes

Instand­hal­tung kann zur Vorbeu­gung von System­aus­fäl­len betrie­ben werden. Weitere Ziele können sein:

  • Erhö­hung und opti­male Nutzung der Lebens­dauer von Anla­gen und Maschi­nen
  • Verbes­se­rung der Betriebs­si­cher­heit
  • Erhö­hung der Anla­gen­ver­füg­bar­keit
  • Opti­mie­rung von Betriebs­ab­läu­fen
  • Redu­zie­rung von Störun­gen
  • Voraus­schau­ende Planung von Kosten

Instand­hal­tung ist beson­ders dort wich­tig, wo das Versa­gen tech­ni­scher Systeme Menschen­le­ben unum­kehr­bar schä­digt. In solchen Fällen ist die Über­wa­chung von Instand­hal­tungs­auf­ga­ben meist eine hoheit­li­che Aufgabe, die in der Verant­wor­tung des Staa­tes liegt, wie beispiels­weise beim Arbeits­schutz. Wegen der daraus resul­tie­ren­den Kosten werden die damit im Zusam­men­hang stehen­den Sicher­heits­vor­schrif­ten im globa­len Wett­be­werb je nach Inter­es­sen­lage als Stand­ort­nach­teil oder als Stand­ort­vor­teil betrach­tet.

Instand­hal­tung heute

Werk­zeug­ma­schi­nen und Produk­ti­ons­an­la­gen haben sich in den letz­ten Jahren in ihrem Aufbau und ihrer Tech­nik enorm weiter­ent­wi­ckelt. Es wird somit immer schwie­ri­ger, den Zustand einzel­ner Bauteile oder Baugrup­pen zu erfas­sen, da an moder­nen Anla­gen wesent­lich mehr Schwach­stel­len aufzu­fin­den sind, als es noch bei ursprüng­li­chen Maschi­nen der Fall war. Hinzu kommt, dass Konstruk­teure nicht mehr zur Über­di­men­sio­nie­rung neigen, sondern eher Platz sparende und leich­tere Anla­gen entwi­ckeln. Somit reagie­ren aller­dings auch eine Viel­zahl von Bautei­len sensi­bler auf Verschleiß­erschei­nun­gen und Defekte.

Heute haben Wartungs- und Instand­hal­tungs­kon­zepte primär die Aufgabe, eine möglichst hohe tech­ni­sche Verfüg­bar­keit der Anlage zu gewähr­leis­ten. Immer mehr Unter­neh­men kommen von der veral­te­ten Ansicht ab, dass die Instand­hal­tung nur ein notwen­di­ges Übel oder ledig­lich ein Kosten­ver­ur­sa­cher sei. Der stän­dig wach­sende Druck im Wett­be­werb um Quali­tät und Produk­ti­vi­tät zwingt die Unter­neh­men zu Einfüh­run­gen von Wartungs- und Instand­hal­tungs­sys­te­men, um somit unge­woll­ten Anla­gen­aus­fäl­len aus dem Wege zu gehen. Dabei ist das firmen­in­terne Know-how von sehr großer Bedeu­tung.

Wissen ist eine der wich­tigs­ten Quel­len zur Schaf­fung und Erhal­tung von Wett­be­werbs­vor­tei­len, insbe­son­dere bei der Instand­hal­tung. Zwar ist das Grund­ge­rüst eines Instand­hal­tungs­sys­tems auf stan­dar­di­sierte Maßnah­men zurück­zu­füh­ren, jedoch wird hier ein erheb­li­ches Maß an Erfah­rung der Mitar­bei­ter, bzw. der durch­füh­ren­den Perso­nen unbe­dingt erfor­der­lich sein. Nur so kann die Aktua­li­tät der ange­wen­de­ten Maßnah­men gewähr­leis­tet blei­ben. In der Praxis entste­hen nicht selten Probleme, die von Herstel­ler­fir­men noch nicht erkannt wurden. Hier ist das Wissen der Mitar­bei­ter zur Lösung dieser Probleme und zur Bewer­tung der aktu­el­len System­zu­stände gefragt, denn nur jemand mit Erfah­rung im tägli­chen Umgang der Maschi­nen kann sie auch bewer­ten.

Hier muss sich ein Unter­neh­men auch die Frage zwischen Eigen- oder Fremd­in­stand­hal­tung (Outsour­cing) stel­len. Die Eigen­in­stand­hal­tung hat zwangs­läu­fig den Vorteil, dass sich das firmen­ei­gene Know-how über die eige­nen Maschi­nen mit der Zeit immer mehr ausbaut, was bei der Fremd­in­stand­hal­tung nicht mehr der Fall wäre. Bei einer Über­gabe der Wartungs­ar­bei­ten an Instand­hal­tungs­un­ter­neh­men geht ein hohes Maß an Erfah­rung der Mitar­bei­ter im Umgang mit der Maschine verlo­ren.

Vorbeu­gende Instand­hal­tung

Mit der Einfüh­rung eines vorbeu­gen­den Instand­hal­tungs­kon­zep­tes werden im Hinblick auf die Anla­gen­pro­duk­ti­vi­tät folgende Ziele gesetzt:

  • Wenige Maschi­nen­still­stände inner­halb einer Ferti­gungs­zeit
  • Kurze Instand­set­zungs­zei­ten an den Maschi­nen
  • Geringe Auswir­kun­gen von Maschi­nen­still­stands­zei­ten auf den Ferti­gungs­fluss

Für die Umset­zung dieser Ziele reicht es jedoch nicht aus, ledig­lich Wartungs­auf­ga­ben zu defi­nie­ren und durch­zu­füh­ren, sondern eben­falls von großer Bedeu­tung ist eine reibungs­lose Ersatz­teil­ver­sor­gung. Dabei sollte das Unter­neh­men aller­dings hohe Ersatz­teil­be­stände vermei­den und nur jene Bauteile als Ersatz­teile lagern, die zur Erhal­tung der erfor­der­li­chen Maschi­nen­ver­füg­bar­keit notwen­dig sind, oder Abspra­chen mit dem Anla­gen­lie­fe­ran­ten über die Vorhal­tung von Ersatz­tei­len tref­fen. Hierzu sind Erfah­rungs­werte wie z. B. die Bestell­häu­fig­keit bestimm­ter Teile hilf­reich. Auch Tele­ser­vice kann helfen, Still­stands­zei­ten zu mini­mie­ren.

Quelle: Wiki­pe­dia